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Spekulation mit Nahrungsmitteln und das Recht auf Nahrung

 

Einladung

Spekulation mit Nahrungsmitteln und das Recht auf Nahrung

am 31. März 2011 von 14.00 – 19.45 Uhr

in den Räumen der Heinrich Böll Stiftung

Schumannstr. 8; 10117 Berlin

 

Das Thema „Preisvolatilität auf den Agrarrohstoffmärkten“ ist spätestens seit der Nahrungsmittelpreiskrise 2007/2008 zurück auf der internationalen Agenda. Auch in den vergangen Monaten sind einige Nahrungsmittelpreise stark gestiegen. Im Januar erreichte der Preisindex für Lebensmittel der FAO ein noch nie dagewesenes Rekordniveau. Diese extremen Preisausschläge sind nach Ansicht vieler Beobachter durch Fundamentaldaten allein nicht mehr zu erklären. Die Rolle der Spekulationen mit Agrarrohstoffen rückt zunehmend ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Menschenrecht auf Nahrung

Vor allem in von Nahrungsmittelimporten abhängigen Entwicklungsländern bringen die erhöhten Schwankungen von Nahrungsmittel- und Agrarpreisen erhebliche Konsequenzen für die Ernährungssicherheit und das Menschenrecht auf Nahrung mit sich. In den ärmsten Ländern der Welt (LDCs) liegen die durchschnittlichen Ausgaben für Nahrungsmittel bei 60 bis 80 Prozent des verfügbaren Einkommens, während sie in den meisten Industrieländern lediglich 10 bis 20 Prozent des Einkommens ausmachen.
Um das Problem der stark schwankenden Preise und der exzessiven Nahrungsmittelspekulationen anzugehen, ist eine Regulierung der Agrarrohstoffmärkte erforderlich. Frankreich hat dieses Thema in den Fokus seiner laufenden G20-Präsidentschaft gerückt, und auch die EU berät derzeit über Regulierungsmaßnahmen.

Gehen Vorschläge der EU und G20 weit genug?

Sind die aktuellen Vorschläge der G20 und der EU ausreichend, um funktionierende Agrarrohstoffmärkte sicherzustellen und Verletzungen des Rechts auf Nahrung in Entwicklungsländern zu vermeiden? Oder brauchen wir weitergehende Maßnahmen und wenn ja welche? Diese und weitere Fragen wollen wir auf dieser Veranstaltung mit Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft, Finanz- und Privatsektor gemeinsam diskutieren.

» Programm

 

» Steigende Preisvolatilität, Finanzialisierung und Spekulation an den Agrarrohstoffmärkten
Keynote von Heiner Flassbeck (UNCTAD)


 

 

» Auswirkungen volatiler Preise auf die Landwirtschaft im Süden und das Recht auf Nahrung
Heike Höffler (Agrarökonomin, Entwicklungspolitische Beraterin)


 

 

» Rolle der Getreidehändler am physischen Markt: Stabilisatoren oder Mittreiber exzessiver Spekulation?
Detlef Kock (Nord AG) 

 

 

 

 

Kontakt:
Ute Straub, Tel.: 030/285 34 311, E-Mail: straub@boell.de
Referentin Internationaler Agrarhandel, Heinrich Böll Stiftung 

 

 

Trade and Food Reservers: What role does the WTO play?

 

 » Discussion Paper by Sophia Murphy, Institute for Agriculture and Trade (IATP), February 2011

 

Agriculture and Trade after the Peak Oil

 

 » Discussion Paper by Rajeswari S. Raina, Centre for Policy Research, New Delhi, February 2011  

 

Hungerkrise und Nahrungsmittelspekulationen: Ministerin Aigner darf es nicht bei Ankündigungen belassen

 

 

Berlin, 20. Januar 2011 - Pressemitteilung

Anlässlich des Internationalen Agrarministergipfels am 22. Januar in Berlin fordern die Heinrich-Böll-Stiftung und Misereor sofortige Maßnahmen gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Spekulanten die Lebensmittelpreise erneut in die Höhe treiben und sich auf Kosten der Hungernden bereichern“, warnt Martin Bröckelmann-Simon, Geschäftsführer von Misereor. „Der Agrarministergipfel muss ein überzeugendes Maßnahmenpaket zur Regulierung von spekulativen Termingeschäften mit Agrarrohstoffen verabschieden, das unverzüglich umzusetzen ist,“ fordert Barbara Unmüßig, Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung. Auf Einladung von Ministerin Ilse Aigner Werden diesen Samstag rund 50 Agrarminister in Berlin zum Agrarministergipfel zusammenkommen und über Möglichkeiten zur Eindämmung von Preisschwankungen beraten.

In den vergangenen Monaten sind Lebensmittelpreise weltweit drastisch gestiegen: um 57 Prozent für Getreide, 56 Prozent für pflanzliche Öle und Fette und 77 Prozent für Zucker. Die Preise für Weizen, Mais und Soja haben mittlerweile ihre Höchststände während der Nahrungsmittelpreiskrise 2007/2008 übertroffen.

„Die Proteste in Tunesien und Algerien, zu denen unter anderem gestiegene Lebensmittelpreise beigetragen hatten, könnten die Vorboten einer neuen Welle von Hungeraufständen sein“, sagt Bröckelmann-Simon. Auch dieses Mal seien die Preissteigerungen durch Fehlernten allein nicht zu erklären, sondern sie würden zusätzlich durch Spekulanten angeheizt. „Drei Jahre sind seit der letzten akuten Preiskrise
vergangen. Es ist unverantwortlich, dass die EU, im Gegensatz zu den USA, immer noch keinerlei Maßnahmen zur Eindämmung der Spekulationen beschlossen hat“, so Bröckelmann-Simon. Im November 2010 hatte auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) eine konsequente Regulierung von Nahrungsmittelspekulation eingefordert.

Die Heinrich-Böll-Stiftung und Misereor begrüßen, dass Ministerin Aigner die Spekulation mit Nahrungsmitteln auf die Tagesordnung des Agrarministergipfels gesetzt hat. „Allerdings darf es nicht bei
Diskussionsrunden und Ankündigungen bleiben“, mahnt Unmüßig. „Um eine erneute Hungerkrise abzubremsen, muss vor allem die Teilnahme von Investmentbanken, Hedgefonds und Pensionsfonds an Termingeschäften mit Agrarrohstoffen eingeschränkt werden. Dazu brauchen wir innerhalb und außerhalb der Börsen deutlich mehr Transparenz sowie Obergrenzen für Preise und für die Anzahl von Termingeschäften pro Investor. Der kommende Agrarministergipfel muss die Chance nutzen, den Druck auf die bereits laufenden Reformprozesse innerhalb der EU und der G20 weiter zu erhöhen.“

Das von der Heinrich-Böll-Stiftung und Misereor gemeinsam initiierte Projekt „EcoFair Trade Dialogue“ entwickelt konkrete Vorschläge für eine ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Reform des
Weltagrarhandelssystems. Weitere Informationen zum Projekt: „Landwirtschaft und Klimawandel“ Böll.Thema, Ausgabe 2/2010

Pressekontakte:
Barbara Wiegard, Misereor
Tel. +49 (0)30 44351988,
barbara.wiegard@misereor.de
www.misereor.de

Karoline Hutter, Heinrich-Böll-Stiftung
Tel. +49 (0)30 28534 202,
hutter@boell.de
www.boell.de  

 

 

 

EcoFair Trade reloaded!

 

 

Der EcoFair Trade Dialogue ist in eine neue Projektphase getreten und wir möchten unseren neuen Projektpartner, das Prager Global Policy Institute, Glopoli herzlich an Bord willkommen heißen.
Aufbauend auf unseren mehrjährigen Dialogprozess zur Reform des Agrahandelsregimes, ist es für die nächsten Jahre unser Ziel, eine breite Allianz innerhalb der Zivilgesellschaft zu gründen, um sich gemeinsam für gerechte und nachhaltige Agrarhandelsregeln einzusetzen.
So ist die Idee einer gemeinsamen europäischen Plattform entstanden, die Raum bietet für intensiven Austausch und Diskussionen und gemeinsame Aktivitäten, aber auch gegenseitige Unterstützung und Lernen bietet.
Durch die Bündelung und Koordinierung unserer Aktivitäten, also durch ein stärkeres Nutzen der Synergien unserer Arbeit, hoffen wir, einen Effekt unserer Arbeit in Awarness Rising und Advocacy noch zu vergrößern.
Den Startschuss für unsere Plattform wird die internationale Konferenz „FIGHTING HUNGER – TOWARDS AN ECOFAIR APPROACH ON TRADE AND AGRICULTURAL POLICIES“ geben, die am 6./7. Oktober 2010 in Prag stattfindet. 
» Programm

 

EcoFair rules!

Konferenz am 12. Januar 2010 

 

 

Weltweit hungern eine Milliarde Menschen. Dreiviertel davon leben auf dem Land. Damit ist die globale Ernährungssituation ein trauriges Beispiel dafür, wie langjährige politische Fehlentscheidungen zusammen mit den heutigen Krisen die Ärmsten der Armen am härtesten treffen.   

 

» Konferenzbericht (Englisch)

 

» Mehr Informationen in unserem WEBDOSSIER 

 

Konferenzprogramm / Conference Programme: 
 Programm (Deutsch)
 Program (English)

 

 

 Neues EcoFair Trade Diskussionspapier

 

 

Spekulationen in der Landwirtschaft müssen reguliert werden


Anlässlich des Welternährungstags fordern das bischöflichen Hilfswerk MISEREOR und die grünnahe Heinrich-Böll-Stiftung einen umfassenden Kurswechsel in der internationalen Agrarpolitik. Seit mehr als 10 Jahren steigt die Zahl der Hungernden weltweit an, 2008 sind es bereits mehr als 923 Millionen Menschen. Diese Zahl dokumentiert die völlig verfehlte Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte und muss Anlass genug sein, die Ausrichtung der Landwirtschaft grundlegend zu ändern.

 

  "Discussions Paper No. 11: The Global Food Crisis" von Daniel G. De La Torre Ugarte und Sophia Murphy

  Misereor- Pressemitteillung:  Kritische Analyse zur Nahrungsmittelkrise vorgelegt

  Die hausgemachte Ernährungskrise

>> Lesen Sie dazu auch den Commonsblog "Ernährungskrise: Privatisierung der Nahrungskette" hier 

 

 

 Kurzfassung des Reports des EcoFair Trade Dialogue

 

Die Zusammenfasssung basiert auf dem vollständigen Bericht von Wolfgang Sachs und Tilman Santarius

 

Im April 2007 wurde der Report „Slow Trade – Sound Farming“ veröffentlicht. Er ist in einem mehrjährigen internationalen Dialogprozess – dem EcoFair Trade Dialogue – entstanden und fordert eine grundlegende Reform des Weltagrarhandelssystems. Diese Forderung erscheint angesichts der globalen Ernährungskrise heute aktueller, dringlicher aber auch möglicher denn je. Lesen Sie hier Kurzfassungen in verschiedenen Sprachen!

 Englisch   Deutsch   Indonesisch  Tschechisch  Arabisch  Französisch  Spanisch

 

 Über das Eco Fair Trade Projekt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der EcoFair Trade Dialog wird  von der Europäischen Union (EU) finanziell unterstützt und ist ein gemeinsames Projekt der Heinrich Böll Stiftung und Misereor in Zusammenarbeit mit dem Wuppertal Institut. Das Hauptziel des Projektes ist es, die Debatte über eine Reform der derzeitigen multilateralen Regeln des internationalen Agrarhandels zu bereichern und zu beeinflussen, indem weitergehende Leitfäden und Instrumente entwickelt werden, die den sozialen und ökologischen Herausforderungen der globalen Landwirtschaft im 21. Jahrhundert gerechter werden. [Mehr...]

 

 

>> Hintergrundartikel der Organisatoren (auf Englisch)

 

 Dialogprozess

 

 

Der Dialogprozess zur Entwicklung des Reformvorschlages bindet ausgewählte Experten, die eine breiten Ausschnitt zivilgesellschaftlicher Organisationen repräsentieren, sowie politische Entscheidungsträger ein. Die erste Phase des Projektes startete in 2005 mit einem Dialog innerhalb der Expertengruppe aus verschiedenen Regionen der Welt. Diese Expertengruppe entwickelte Reformvorschläge, die in einer Publikationsreihe sogenannter „Policy Papers“ dokumentiert sind. Die Ansichten politischer Entscheidungsträger fließen durch den Internationalen Beirat in diesen Diskussionsprozess mit ein.    

 

Weiterführende Informationen (auf Englisch):

>> Expert Panel

>>Regional Consultations

>> Consultative Board

 

 The EcoFair Trade Project is funded by the EU Commission * EuropeAid Program.

 

Ecofair ist ein eingetragenes Warenzeichen von Naturland.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reformvorschlag

 

Weitere Informationen...

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